Peripartale psychische Gesundheit – Universitätsklinikum Neunkirchen engagiert sich beim EEH-Fachtag in Wien

NEUNKIRCHEN.Das Universitätsklinikum Neunkirchen nahm am ersten Fachtag der Emotionellen Erste Hilfe (EEH) unter dem Thema „Herausforderung Kaiserschnitt – Prävention – Krisenbegleitung – Traumatherapie“ in Wien teil.

Das Universitätsklinikum Neunkirchen, vertreten durch Mag.a Regina Kamper, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, durfte beim ersten EEH-Fachtag in Wien mitwirken.

Mag.a Kamper verfügt über eine spezielle mehrjährige Ausbildung für die körper- und bindungsorientierte Arbeit mit Eltern und Babys für die Bereiche Prävention (Vorbeugung), Krisenintervention und Eltern-Baby-Therapie. Am ersten Fachtag für EEH in Wien durfte sie ein Poster über ihre Arbeit im Klinikum präsentieren.

„In unserem Haus wird eine breite psychologische Hilfestellung angeboten zur Verarbeitung unterschiedlichster biopsychosozialer Herausforderung rund um eine Schwangerschaft, wie z.B. lange Kinderwunschzeit, Endometriose, Fehlgeburten, Verluste von Familienangehörigen, psychische Belastungen wie Angst, Depressionen und auffällige Pränataldiagnostikbefunde, die Geburt, z.B. belastend erlebter Verlauf bei unerwartetem Kaiserschnitt, akuten Komplikationen oder langwierigen Geburten und das Wochenbett, wie z.B. körperliche und psychische Erschöpfung, häusliche Gewalt und Erwartungsdruck“, so Mag.a Regina Kamper.

Für manche ist die Schwangerschaft, die Geburt und die erste Babyzeit eine besonders schöne Zeit im Leben, für andere leider genau das Gegenteil. Störungen der peripartalen psychischen Gesundheit von Eltern und Babys sind noch immer ein Tabuthema und werden vielfach nicht erkannt, obwohl sie sehr verbreitet sind. Postpartale Depressionen betreffen 10% - 20%, posttraumatische Stresssymptome ca. 15% der Frauen. Auch Männer können nach einer Geburt depressive Symptome entwickeln - dies ist bei ca. 10% der Fall. Babys zeigen ihre Betroffenheit über Regulationsstörungen: so leiden ca. 20% der gesunden Babys an exzessivem Schreien und ihr ganzes Familiensystem leidet mit.

„Somit sind diese Störungen die häufigste Komplikation in der Peripartalzeit und können zu weitreichenden Folgen für alle Beteiligten im Familiensystem und sogar für nachfolgende Generationen führen. Stichwort Bindungsentwicklung – sichere Bindung gilt als lebenslange Ressource, Störungen in dieser Entwicklung wirken sich langfristig auf alle Beziehungen, egal ob freundschaftlich, partnerschaftlich, im Arbeitsleben oder dann zu eigenen Kindern, aus“, ergänzt Mag.a Regina Kamper.

Das Universitätsklinikum Neunkirchen vereint spezielle Kompetenzen unter einem Dach, die für die psychische Gesundheit rund um die Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett unabdingbar sind, wie Psychologie, Psychiatrie und Geburtshilfe.

BILDTEXT
Mag.a Regina Kamper, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin des UK Neunkirchen präsentiert das Poster über ihre Arbeit im Klinikum.

Fotocredit: UK Neunkirchen

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