In der Vergangenheit wurden die Säuglinge im Kinderzimmer und die Mütter auf der Wochenbettstation betreut. Seit 2015 werden jedoch Mutter und Kind gemeinsam von einer zuständigen Pflegeperson versorgt. Eine Pflegekraft nimmt Mutter und Kind in Empfang, sobald sie vom Kreißsaal auf die Wochenbettstation verlegt werden und gemeinsam weiter betreut. Dieses Betreuungskonzept nennt man Integrative Wochenbettpflege und bedeutet eine ganzheitliche und patientinorientierte Pflege.
Dadurch soll die Mutter-Kind-Beziehung gefördert und den Eltern die größtmögliche Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern bis zur Entlassung aus dem Klinikum gegeben werden.
Ein klassisches Kinderzimmer gibt es im Landesklinikum Neunkirchen nicht mehr. Die Visite des Kindes durch die Kinderärztinnen oder Kinderärzte erfolgt im Patientinnenzimmer in Anwesenheit der Mutter und die Pflegedokumentation für Mutter und Kind in einer gemeinsam geführten Patientenakte.
Im Landesklinikum Neunkirchen wird ausschließlich 24-Stunden-Rooming-in angeboten, dieses hat zahlreiche Vorteile: Mutter und Kind lernen sich früher und besser kennen. Dadurch wird auch die Mutter-Kind-Beziehung und auch das Stillen gefördert. Die Mütter werden sicherer beim Stillen und man kann auch beobachten, dass die Babys weniger weinen, weil sie mehr Hautkontakt erhalten, außerdem stabilisiert sich die Körpertemperatur des Kindes durch den Hautkontakt besser. Zusätzlich fällt der Mutter auch die Umstellung zu Hause leichter.
„Die Integrative Wochenbettpflege ist sowohl für die Mitarbeiterinnen als auch für die Wöchnerinnen und deren Kinder ein äußerst zufriedenstellendes Konzept. Die Mitarbeiterinnen können Mutter und Kind individuell betreuen und auf Wünsche sofort reagieren. Das Ziel ist es, Mutter und Kind nach der Geburt so wenigen Trennungen wie nötig auszusetzen und die Kompetenz der Mutter und des Vaters durch Anleitung und Beratung zu stärken“, erklärt Sabine Lippert, MSc, Stationsleitung und Hebamme der Geburtshilflichen Abteilung des Landesklinikums Neunkirchen.
Die angestellten Hebammen werden auch durch die wechselnden Dienste in der Schwangerenambulanz, im Kreißsaal und im Wochenbett miteinbezogen. Die Hebamme wird in allen drei Bereichen ihres Berufsfeldes eingesetzt und es kommt häufig vor, dass eine werdende Mutter von derselben Hebamme in der Ambulanz, im Kreißsaal und im Wochenbett betreut wird.
Einen positiven Zuspruch der Frauen zu diesem Betreuungskonzept erfährt die Geburtshilfliche Abteilung oft durch Briefe von entlassenen Müttern und durch die Auswertungen in den jährlich stattfindenden Patientenbefragungen.
Sehr gute Rückmeldungen bekommt die Geburtshilfliche Abteilung zum Videofilm „Virtueller Rundgang durch die Geburtshilfe“, der seit Ende 2022 auf der Homepage des Landesklinikums Neunkirchen zur Verfügung steht.
BILDTEXT
v.l.: bei der Kinderarztvisite Frau Kimberly Niklas mit Sohn Maximilian und Kinderarzt OA Dr. Hellmut Wutzl
Fotocredit: LK Neunkirchen
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