Gewalt hat viele Gesichter - es gibt nicht nur physische und sexualisierte Gewalt, sondern auch psychische, finanzielle und strukturelle Gewalt, die viele Menschen täglich bzw. ihr Leben lang ertragen müssen.
Die Statistik Austria zeigt, dass jede fünfte Frau in Österreich zumindest einmal im Leben körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt ist. Auch Kinder, ältere Menschen, Männer oder Menschen mit einer Behinderung betrifft Gewalt.
„Betroffene trauen sich häufig aus Angst und Schamgefühl nicht, ihre Geschichte anderen zu erzählen oder sich Hilfe zu holen. Zur Polizei zu gehen ist ein großer Schritt und kostet enorme Überwindung. Das Gesundheitswesen und besonders die Ambulanzen der Krankenhäuser sind daher oft die erste Anlaufstelle. Hier sollte erkannt werden, wann Frauen von häuslicher und sexueller Gewalt betroffen sind. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam hinzusehen und mit viel Fingerspitzengefühl dieses Thema in einem sicheren Rahmen anzusprechen und Hilfe anzubieten“, erklärt Oberarzt Dr. Robert Stix, Leiter der Opferschutzgruppe des Landesklinikums Neunkirchen.
Das interdisziplinäre Team der Opferschutzgruppe des Landesklinikums Neunkirchen besteht derzeit aus 8 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu zählen Ärztinnen und Ärzte, Klinische Psychologinnen und Psychologen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegebereiches.
Durch jährliche Fortbildungen zum Thema „häusliche Gewalt“, wie beispielsweise ein Vortrag von Mag. Michaela Egger, Leiterin des Gewaltschutzzentrums NÖ oder dem Bezirkspolizeikommandanten Oberstleutnant Johann Neumüller, wird das Personal aus allen Berufsgruppen fachlich geschult.
Die Zusammenarbeit zwischen den Landeskliniken ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. So findet besonders mit dem Landesklinikum Hochegg und dem Landesklinikum Wiener Neustadt ein reger Austausch in regelmäßigen Abständen statt.
Darüber hinaus ist dem Klinikum die Vernetzung mit der Polizei, der Bezirkshauptmannschaft, dem Gericht und allen Organisationen und Vereinen, wie beispielsweise dem Frauenhaus Neunkirchen, dem Gewaltschutzzentrum, dem Verein Wendepunkt, dem Verein Freiraum oder dem Verein Neustart sehr wichtig.
„Für mich persönlich ist die Opferschutzarbeit ein Herzensthema. Wir nehmen unsere Aufgabe als Opferschutzgruppe des Landesklinikums Neunkirchen sehr ernst und stehen hinter unserem Motto „Hinschauen statt wegschauen“. Unser Ziel ist es, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses für das Thema „Gewalt“ zu sensibilisieren, Informationsmaterial bereitzustellen und interne Handlungsabläufe zu gestalten und stetig zu verbessern. Wir sind ein großes, tolles Team und jede und jeder Einzelne leistet seinen Beitrag“, freut sich Mag. Kathrin Fleischmann, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin des Landesklinikums Neunkirchen.
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Die Opferschutzgruppe des Landesklinikums Neunkirchen.
v.l.n.r.: Prim. Dr. Christian Wunsch, Dr. Andrea Bittmann, OA Dr. Robert Stix, DGKP Helga Bauer, OÄ Dr. Melanie Wachter, Mag. Sigrid Haas-Zöchling, DGKP Corinna Plank-Postl Mag. Kathrin Fleischmann, Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Johann Neumüller.
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