Das Universitätsklinikum Neunkirchen beteiligt sich an internationaler Nüchternzeit-Studie

NEUNKIRCHEN.Die Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Neunkirchen beteiligt sich mit großem Engagement an der bedeutenden internationalen THIRST-Studie (Nüchternzeit-Studie), die darauf abzielt, die aktuellen Empfehlungen zu den Nüchternzeiten vor operativen Eingriffen wissenschaftlich zu überprüfen und zu optimieren. 

Die Abteilung erfasste systematisch die Nüchternzeiten der Patientinnen und Patienten und verglich diese mit österreichischen und internationalen Referenzen.
„Die Mitarbeit an der THIRST-Studie ermöglicht es uns, aktuelle Praktiken kritisch zu hinterfragen und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der präoperativen Versorgung zu leisten. Unser Ziel ist es beizutragen, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu entwickeln, die unnötige Belastungen für unsere Patientinnen und Patienten reduzieren, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden“, erklärt der Vorstand der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin Prim. Dr. Michael Hüpfl.  

Die Einhaltung von Nüchternzeiten, also der Zeitraum, in dem Patientinnen und Patienten vor einer Operation keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen, ist ein essenzieller Bestandteil der präoperativen Vorbereitung. Ziel ist es, das Risiko von Komplikationen, wie Aspiration während der Narkose zu minimieren. Trotz internationaler Leitlinien variieren die praktischen Vorgaben häufig stark und nicht selten führt übermäßiges Fasten zu unnötigem Unwohlsein und einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes der Patientinnen und Patienten. 

Die THIRST-Studie hat sich zum Ziel gesetzt, anhand umfangreicher Daten aus verschiedenen Ländern valide und belastbare Erkenntnisse über aktuelle Nüchternzeiten zu sammeln. Diese Daten sollen dazu dienen, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu formulieren, die sowohl die Patientinnen- und Patientensicherheit gewährleisten als auch den Patientinnen- und Patientenkomfort verbessern. 

Das Universitätsklinikum Neunkirchen arbeitet dabei eng mit nationalen und internationalen Partnern aus Europa zusammen. Durch die harmonisierte Erfassung von Daten über Nüchternzeiten, Patientinnen- und Patiententypen und Operationsarten wird ein umfassendes Bild der aktuellen Praxis gezeichnet. Es wird untersucht, ob kürzere Nüchternzeiten vor bestimmten Operationen sicher umsetzbar sind und somit den Patientinnen- und Patientenkomfort verbessern kann.

„Wir sind überzeugt, dass durch die Optimierung der Nüchternzeiten nicht nur Komplikationen reduziert, sondern auch das Wohlbefinden unserer Patientinnen und Patienten deutlich gesteigert werden kann. Dies ist ein weiterer Schritt, um die Qualität unserer medizinischen Versorgung nachhaltig zu erhöhen“, so OA Dr. Stefan Lankisch von der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin.

Das Universitätsklinikum Neunkirchen freut sich, durch die Teilnahme an dieser Studie eine Vorreiterrolle einzunehmen und aktiv zur Weiterentwicklung der Anästhesie und Intensivmedizin beizutragen. 

Link zur Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41504282/

BILDTEXT
v.l.n.r.: Prim. Dr. Michael Hüpfl und OA Dr. Stefan Lankisch engagieren sich mit ihrem Team an der internationalen THIRST-Studie.  

Fotocredit: UK Neunkirchen 
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