Landesklinikum Neunkirchen: Empowerment durch Pflege – wie Pflegepersonen das Selbstmanagement von Schmerzen unterstützen

NEUNKIRCHEN.Das Pflegepersonal der Orthopädischen Bettenstation 2 des Landesklinikums Neunkirchen unterstützt professionell das Selbstmanagement von Schmerzen bei Patientinnen und Patienten.

Nicht-medikamentösen Maßnahmen bei Schmerzen wird von Jahr zu Jahr zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Sie ergänzen im Sinne der integrativen Medizin die medikamentöse Schmerztherapie.
Die Ausübung der pflegerischen Kernkompetenzen in Zusammenhang mit chronischen und akuten Schmerzen stellen für die Unterstützung der Patientinnen und Patienten eine tragende Säule dar.

„Schmerz wird sehr individuell erlebt. Jede Patientin oder Patient beschreibt seinen Schmerz unterschiedlich und genau diese subjektive Wahrnehmung ist entscheidend für die Therapie. Es ist wichtig, dass die Patientin oder der Patient mitteilt, was er genau benötigt und wie er damit umgehen will, da nur sie die Schmerzen genau einschätzen können. Genau mit diesem Zugang versuchen wir Pflegepersonen gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten die passenden „Tools“ im Sinne von nicht-medikamentösen Maßnahmen für das schmerzbezogene Selbstmanagement zu finden“, erklärt DGKP Silvia Blecha, Stationsleitung der Orthopädischen Bettenstation 2 und Akademische Pflegemanagerin des Landesklinikums Neunkirchen.

Schmerzbezogenes Selbstmanagement der Patientin und des Patienten zu fördern, bedeutet für das Pflegepersonal des Landesklinikums die Beratungsrolle einzunehmen. Informationsaustausch mit ihnen und den Angehörigen, zuhören, informieren, eine gemeinsame Zieldefinition besprechen und das gemeinsame Überprüfen der Wirksamkeit zählen dazu.
Um dies zu erreichen, gilt es herauszufinden, welche „Tools“ die Betroffene oder der Betroffene als wirksam empfindet und nachhaltig einsetzen kann und möchte.
Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten von „Tools“, wie zum Beispiel ein gut geführtes Gespräch, die Zuwendung einer motivierenden Person, Humor, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen, Aromapflege, Einreibungen, körperliche Aktivität, schmerzarme Positionierungstechniken, Musik, Wärme- und Kälteanwendungen, Wirkungs- und Nebenwirkungsmanagement von Medikamenten.
Bei chronischen Rückenschmerzen verbessert zum Beispiel ein genussvolles Spazierengehen im Freien die Körperwahrnehmung, die Kondition und führt zu positiven Verhaltensänderung im Alltag und Ablenkung der betroffenen Personen.

Die Handlungsmöglichkeiten im Sinne von nicht-medikamentösen Maßnahmen werden als „Tools“ abschließend mit der Patientin oder mit dem Patienten im Rahmen des pflegerischen Entlassungsgesprächs evaluiert und für die häusliche Anwendung besprochen. Die Patientinnen und Patienten werden unterstützt und befähigt, Schmerzerleben aktiv und positiv unter Beachtung ihrer physischen, psychischen und sozialen Ressourcen mitzugestalten und so schmerzbezogenes Selbstmanagement zu leben.

„Die Pflege mitten drin statt nur dabei -  so sehen wir Pflegepersonen unsere bedeutende Rolle in der Betreuung von Schmerzpatientinnen und - patienten. Mit diesen Informationen möchte ich Schmerzpatientinnen und – patienten darauf aufmerksam machen, dass sie nicht allein sind, wir arbeiten als Team mit der Patientin oder dem Patienten zusammen, um ein bestehendes Problem bestmöglich zu lösen“, betont abschließend DGKP Silvia Blecha. 

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DGKP Silvia Blecha (re.) bei der Schmerztherapie. 

Fotocredit: LK Neunkirchen

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